YSL Museum in Marrakesch punktet mit edlen Roben

Die Legende sagt, dass es eine Woche lang regnete, als Yves Saint Laurent das erste Mal in Marokko weilte. Er soll sein Hotelzimmer die ganze Zeit nicht verlassen haben. Doch als endlich einmal die Sonne schien, erlag der berühmte Modeschöpfer sofort dem Charme der quirligen Großstadt Marrakesch. Die Liebe zu der faszinierenden orientalischen Metropole reicht über den Tod hinaus. Im Oktober 2017 wurde das YSL Museum gleich neben dem Jardin Majorelle eröffnet. YSLs Gefährte Piere Bergé hatte die Konzeption noch selbst mitgestaltet, bevor er vor wenigen Monaten starb. Wer Fashion, Style und Design schätzt, sollte diesen Ort unbedingt besuchen.

Der Jardin Majorelle ist sehenswert.

Sowohl der berühmte Garten mit den ausgefallenen Pflanzen, als auch das sehr auf wesentliche Glanzpunkte des Wirkens von YSL konzentrierte Museum sind eindrucksvoll. Mit einem Kombiticket sind beide zu besichtigen. Ein bisschen Geduld gehört beim Planen des Besuchs dazu. Schließlich sind weder der kunstvolle kleine Park, noch das von außen verschlossen wirkende Museum ein Geheimtipp. Aber das Schlangestehen lohnt sich.

Ausstellungsstücke im dunklen Raum

Im Museum ist Fotografieren verboten. Die Ausstellungsstücke, darunter das berühmte Mondrian Kleid, mit dem YSL Furore machte, sind Glanzpunkte in einem dunklen Raum. Insgesamt 50 Stücke wurden aus den vielen Kollektionen ausgewählt und ausgestellt. Eine Präsentation von zentralen Meisterwerken aus der gesamten rund 40 Jahre umfassenden  Schaffenszeit gleitet wie auf einem Laufband an den Besuchern vorüber. Erklärungen, Skizzen undFotos von Modellen fügen sich zu einem Gesamtkunstwerk.

Neben anderen Stücken aus der Schaffenszeit des Couturiers ist der berühmte Smoking zu sehen, mit dem YSL den Frauen eine ganz neue Position zuwies. Wer ihn trug, strahlte Selbstbewusstsein aus. Seit Marlene Dietrichs Hosen hat kein vergleichbares Kleidungsstück so viel Aufsehen erregt wie „Le Smoking“ aus Paris. Die Rollen von Frauen und Männern lotete YSL immer wieder neu aus. Das ist eines seiner zentralen Themen. Afrika, und Marokko im Besonderen, beeinflussten den Modedesigner ebenfalls stark. Die Form des Kaftans variierte er auf ganz unterschiedliche Weise. Mal hüllt er die Silhouette der Frauen in weiche, fließende Stoffe mit Kapuze, mal kleidet er sie im Ethno-Style, in dem sich die Trägerin auf eine imaginäre Reise begibt.

Kunstvoll bestickte Kleider, aufwändig gearbeitet, sind echte Hingucker. Wie diese Modelle auf dem Laufsteg wirken, zeigt eine Dokumentation im Pierre Bergé Auditorium. Der 150 Plätze umfassende Saal wird der Film in einer Endlosschleife vorgeführt und zeigt die wichtigsten Stationen im l’Oeuvre von YSL und dabei auch alle Ausstellungsstücke in Bewegung.

Neben der zentralen Präsentation des Werks des Meisters der Haute Couture sind Wechselausstellungen zu sehen, die einmal die Bilder von Fotografen zeigen, die mit dem Designer zusammengearbeitet haben. Zum anderen werden wichtige Modeschöpfer aus verschiedenen Epochen vorgestellt. Ein Cafe, Büchershop und ein Innenhof gehören ebenfalls zum Gebäude.

Ein Spaziergang im berühmten Jardin Majorelle nur einen Steinwurf vom Museum entfernt, weckt kreative Kräfte. Hier darf nach Herzenslust fotografiert werden. Die Natur, aber auch die Besucher, bieten reizvolle Motive. Vor allem das unglaubliche Blau, Markenzeichen des Couturiers, leuchtet aus allen Ecken.

Ein zeitgleich in Paris eröffnetes Museum ist sicherlich eine weitere Reise wert.

Infos zum Jardin Majorelle und zum YSL Museum

Ein Bericht von der Eröffnung

Alle Bilder: Uli Bock

 

 

 

 

Categories: Mode und Reisen

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