Von der Kunst, eine Kreation von Comme des Garçons zu tragen

Immer mehr Museen präsentieren neben Kunst auch berühmte Mode Designer und Labels wie Comme des Garçons. Es ist ein Mega Trend. Diesmal dreht sich die Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt um eine leidenschaftliche Sammlerin. „Life doesn’t frighten me Michelle Elie wears Comme des Garçons“  ist der Titel der ungewöhnlichen Schau, die vom 2. April bis zum 30. August 2020 zu sehen ist.

Die japanische Designerin Rei Kawakubo gründete 1969 ihr Modelabel Comme des Garçons (deutsch: Wie Jungs). Ihre Arbeit steht im Mittelpunkt der Ausstellung. Die Kuratorin Dr. Mahret Ifeoma Kupka formuliert das inhaltliche Konzept folgendermaßen: „Kleidung wird durch kulturellen Kontext zu Mode“. Bis heute gehe es Kawakubo nicht darum zu gefallen, sondern spielerisch und lustvoll den männlichen, durch westliche Schönheitsideale gelenkten Blick zu stören. Konventionen der Schnittkunst bricht Kawakubo durch Dekonstruktion, Verschiebung, Zerstörung und Ausbuchtungen ohne Rücksicht auf Körperformen. Trägerinnen eignen sich die Kleidobjekte an, bringen sie in ihren je eigenen Kontexten zum Leben, nicht ohne Aufsehen zu erregen. Comme des Garçons widerspricht der Norm, fällt auf und provoziert nicht selten.

Bild: Paris-Luigi Ciacco

Designerin und Mode-Ikone Michelle Elie liebt, sammelt und lebt Kawakubos Entwürfe leidenschaftlich – auf den internationalen Fashionweeks, die sie regelmäßig besucht, und in ihrem Kölner Alltag. Das Museum Angewandte Kunst zeigt Elies Sammlung und lässt sie selbst die Geschichten der jeweiligen Stücke erzählen: Vom Moment der Entdeckung, über den Erwerb, bis hin zum Erleben auf dem eigenen Körper und den unterschiedlichsten Reaktionen, die das Tragen bei anderen provoziert. „Life doesn’t frighten me“, sagt die gebürtige Haitianerin, und tatsächlich gehört Mut dazu, Kawakubo zu tragen und sich damit klar gegen gesellschaftliche Normen zu positionieren. Als schwarze Frau in einer weißen Mehrheitsgesellschaft mit ihren entsprechenden Vorstellungen von Schönheit, strotzt Elie bereits durch ihr bloßes Sein jeder Norm. Mit Comme des Garçons am Leib, überspitzt sie ihre Körpererfahrungen selbstbewusst und fordert damit Betrachter*innen heraus, ihr je eigenes Körpererleben zu reflektieren.

Ein typisches Beispiel einer „verrückten“ Kleidung. Bild: Paris_2012_tamu_mcpherson_alltheprettybirds.com

Michelle Elie wanderte mit ihrer Familie zunächst nach New York aus und wohnte dort im Stadtteil Brooklyn. Parallel zu ihrem Studium an der New York University begann die imposante Schönheit eine internationale Modelkarriere, die sie unter anderem nach Paris führte. Seit 1999 lebt sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Art Director und Agenturbesitzer Mike Meiré, und den drei gemeinsamen Söhnen im hippen Belgischen Viertel in Köln. Hier hat sie vor vier Jahren das eigene Schmucklabel Prim gegründet, dessen Stücke außerdem in der Stadt produziert werden. Und auch ihr Verkaufspunkt ist in Köln. Heimat, der Store am Mauritiuswall 76, verkauft ihre Schmuckstücke neben einer erlesenen Auswahl an Mode von Comme des Garçons. Daher gehört Elie gleichzeitig zu den besten Kundinnen.

Farbenfroh und eindrucksvoll. Bild:paris_2018_acielle_styledumonde

Online Tickets gibt es hier.

 

 

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