Topmodisch seit 140 Jahren –  die Farbe Lila

Sie waren der letzte Schrei: violette Stiefel aus Seide. Vorne geknöpft und mit einem kleinen, elegant nach innen gebogenen Absatz. Dieser Absatz wurde übrigens bewusst so geformt, um wie das damals angesagte Korsett, die Silhouette der Trägerin ins rechte Licht zu rücken. Pfiffig geschnitten ließen die Stiefelchen zudem die Füße optisch um einige Größen kleiner wirken. So steht es in der Objektbeschreibung im Textilmuseum in Lyon. Denn dort sind die um 1880 in Frankreich gefertigten Schuhe auch zu bewundern.

In Lyon kam damals die Farbe in die Welt der Mode. Für die Farbe Lila – das kaiserliche Lila und das Blau von Lyon – entwickelte der Chemiker François-Emmanuel Verguin 1858 in Lyon das Fuchsin, einen rotblauen Farbstoff aus Triphenylmethan. Benannt wurde die Farbe nach der Fuchsie, einer amerikanischen Zierpflanze mit blauroten Blüten.

Mit seinem Lila revolutionierte Verguin das Stoffefärben. Endlich eine richtige Farbe, die nicht blass und matt daherkommt. Auch wenn Lilla immer mal wieder als „der letzte Versuch“ geschmäht wurde: Die Farbe bleibt im Stadtbild präsent. In der Auslage setzen violette Auberginen oder gar Paprikas langweilig grünes Gemüse in Szene und nicht wenige Fashion-Menschen nutzen die Magie der Farbe für ihren ganz persönlichen Spezialeffekt.

Aufmacher-Bild Seidenschuh im Musée des Tissus in Lyon: Nicola Mögel

Bild der zwei lilafarbenen Paprika: unsplash.com – foodism360

Bild der zwei lilafarbenen AirJordans: unsplash.com – lefteris-kallergis.

Text: Nicola Mögel

Categories: Mode und Reisen

Tags: ,,,

Comments are closed