Spannende Entwicklungen bei smarten Garnen und Techtextilien

Es wird viel geforscht in punkto intelligente Textilien. Da werden Leuchtmaterialien ins Gewebe eingearbeitet, Leiterbahnen auf Stoffe gesteppt oder Leuchtdioden an Handschuhen oder an Rucksäcken angebracht, um den Nutzwert zu verbessern. Auf einer Fachtagung in Kempten hat das Netzwerk „Bayern innovativ“ einen Überblick über spannende aktuelle Entwicklungen in der Branche gegeben. Dabei gibt es viele Ansätze, aber noch so gut wie keine Serienproduktion für den Endverbraucher.

Die Automobilindustrie nutzt smarte Textilien, hier für einen speziellen Sicherheitsgurt.

Am größten sind die Chancen, sich am Markt durchzusetzen für alle Produzenten von smarten Garnen, wenn sie für den Einsatz in den Bereichen Schutzkleidung, Fahrzeugbau, Gesundheit und Pflege entwickelt werden. Hier eröffnen sie neue interaktive Formen zur Weitergabe von Informationen. Auch für Freizeitsport ist eine Anwendung von smarten Textilien schon heute denkbar. Es werden Stoffe getestet, die Körperfunktionen messen und sie über ein Smartphone für den Nutzer lesbar machen. Die Medizintechnik verarbeitet ebenfalls schon intelligente Stoffe, die beispielsweise bei bettlägrigen Patienten die Versorgung verbessern sollen.

Mit speziellen Garnen punktet das Unternehmen in innovativen Bereichen.

Einen praktischen Nutzen sehen auch die Studierenden von Prof. Monika Fuchs in der Entwicklung von smarten Textilien. Sie haben in ihrem Studiengang an der Hochschule für Technik und Wissenschaft in Berlin (HTW) Kleidung für Radfahrer entworfen. Ein Band auf einem Rucksack, das auf Knopfdruck die integrierten LEDs zum Leuchten bringt und damit beim Abbiegen die Richtung für nachfolgende Fahrzeuge anzeigt, gehört dazu. Die Bedienelemente können in der Jacke, im Pullover oder am Lenker eingebaut werden. Bei diesen Leuchtmitteln handelt es sich in der Regel um LEDs, die mit einer Batterie betrieben werden. Die Entwicklung einer Fahrradkollektion mit Wearables Electronics im Zuge des Projekts „Netzwerk Wissen 2050“ mit einigen Kooperationspartnern soll fortgesetzt werden.

Kreative Köpfe sind seit längerem dabei, sich ästhetisch schöne Anwendungen für die leuchtenden Textilien einfallen zu lassen. Es wurden bereits Vorhänge mit integrierten LEDs produziert. Handtaschen und Kleidung mit elektronischen Glanzpunkten sind noch die Ausnahme, erregen aber immer wieder die Aufmerksamkeit von Trendsettern. In manchen Kollektionen tauchen vereinzelt solche Produkte auf wie bei Moon Berlin oder Chanel. Der Traum vom leuchtenden Stoff ist in greifbare Nähe gerückt.

Marlene Dietrich entwarf ein Kleid, das leuchten sollte. Briefe aus dem Jahr 1958 belegen, dass die berühmte Schauspielerin mit ihrem Designer Jean Louis an einem solchen Projekt arbeitete und sehr genaue Vorstellungen davon hatte, wie es wirken sollte. Die Lead Designerin von ElektroCouture, Anja Dragan, entwarf ein leuchtendes Kleid nach den original Briefen der Stilikone. Das Marlene-Projekt sorgt für Umschwung in der Fashion Industrie, durch den Mix von klassischem Design und FashionTech, heißt es in der Branche. Gleichzeitig mit dem 25. Todesjahr Dietrichs wurde das Kleid 2017 erstmals präsentiert. Einer der Projektpartner bei dem Marlene Dietrich-Kleid ist die Schweizer Firma Forster Rohner. Sie ist unter anderem auf LED-Stickerei spezialisiert. Ihr Projektmanager Adis Causevic hat sich in Kempten beim Kongress über die neuesten Trends informiert. Ihn begleitete René Grabher vom Institut für Elektronik, Sensorik und Aktorik ESA vom Campus Buchs St. Gallen. Beide forschen und entwickeln spannende Produkte mit innovativer Technik.

 

Unser Aufmacher-Bild zeigt Prof. Monika Fuchs , alle Bilder: pnb

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