Kleiderbügel, Kopftuch und Mozarts Mode

Typisches Museumswetter? Das ist die beste Zeit, um einige Ausstellungen in der Umgebung zu entdecken. In Erlangen, Nürnberg und Augsburg werden sehenswerte Beiträge zur Kultur und Geschichte von Kleidung und Accessoires gezeigt.

Aufgehängt und abgehakt- eine kleine Geschichte des Kleiderbügels

Der Kleiderbügel, ein schlichter Alltagshelfer, täglich im Einsatz in Kleiderschränken, an Garderobenhaken, in Restaurants, Hotels, Bekleidungshäusern und so weiter, verbreitet über den ganzen Globus. Was, wenn es ihn nicht gäbe? Richtig, man müsste ihn unbedingt erfinden. Wer ihn erfunden hat und wann, in welchen Formen und Materialien er entwickelt wurde und warum, davon erzählt die Auftaktausstellung 2019 im Museum Industriekultur. So banal der Gegenstand erscheinen mag, so überraschend detailreich und eng verknüpft mit unserer Kultur ist seine Geschichte.

Die witzige Ausstellung ist vom 21. Februar bis 28. April 2019 im Museum Industriekultur in Nürnberg zu sehen.

Begleitend dazu gibt einen Fotowettbewerb. Mal aus Holz, mal aus Plastik, mal aus Draht. In tausendfachen Varianten. Die Ausstellungsmacher finden, der Kleiderbügel sollte nicht weiter im dunklen Schrank sein Dasein fristen, sondern auch mal seinen großen Auftritt haben. Also greif  zum Handy oder zur Kamera, mach den Schrank auf, plündere die Kleiderstange und schick uns Deinen Schnappschuss. Infos zum Wettbewerb hier. Die Einsendungen werten wir in drei Kategorien.

 

 

  1. Du und Dein Kleiderbügel: Welcher Kleiderbügel-Typ bist Du?
  2. Nürnberg sucht den schönsten Kleiderbügel!
  3. Kleiderbügel mal ganz anders

Das Kopftuch als witziges Symbol

Heizo Takamatsu kennt sich mit den modischen Codes bestens aus. Das hat er beispielsweise beim Trachtentalk des Fresh Fashion Clubs im September 2016 im Nürnberger Handwerkerhof gezeigt. Damals ging es um die Unterschiede zwischen Dirndl und Kimono und die Bedeutung der landestypischen Gewänder. Jetzt widmet er dem Kopftuch, einem ebenso symbolträchtigen Stück Stoff, eine Fotoausstellung.

Der Fotograf Heizo Takamatsu wehrt sich gegen die Vorurteile und sagt: „Zu einer christlich geprägten, demokratischen Gesellschaft wie der deutschen gehört das Recht auf freie Religionsausübung. Warum also die zuweilen fast allergische Reaktion auf Musliminnen, die sich derart kleiden?“ Seine Bilder, die in den letzten Monaten zwischen Erlangen und Kyoto entstanden, laden dazu ein, sich ein eigenes, unvoreingenommenes Bild von einer Kopfbedeckung zu machen, die schon immer ein kultureller Wegbegleiter der Frau war und die manchmal sogar Männer schmückt.

Das Ergebnis seiner Arbeit zeigt er jetzt auf Einladung der Volkshochschule Erlangen im vhs-Bistro (Friedrichstraße 17): 30 Porträts von Menschen zwischen Kyoto und Erlangen, die zumindest eines verbindet: Sie tragen ein – in den Schwarz-Weiß-Aufnahmen farbig hervorgehobenes – Kopftuch. Die kleine Ausstellung ist bis Ende Juli 2019 zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Mozarts Modewelten

Wer kennt sie nicht, die berühmte Darstellung von Wolfgang Amadé Mozart im roten Rock? Bei den zahlreichen Konzerten, die das musikalische Wunderkind durch ganz Europa führten, galt es immer, äußerst modisch gekleidet zu sein. Deshalb überrascht es nicht, dass sich in den Mozart-Briefen ungemein reiche Kommentare zu Textilien, Kleidungsweisen, Perücken und Accessoires der damaligen Zeit finden.

Die Ausstellung »Mozarts Modewelten« nimmt den 300. Geburtstag Leopold Mozarts zum Anlass, den umfangreichen Briefwechsel der Familie mit historischen Kostümen des 18. Jahrhunderts, mit Abbildungen der damaligen Modezeitschriften und Trachtendarstellungen der Zeit in Beziehung zu setzen. So breitet die Schau einen reichen Kosmos der höfischen und großbürgerlichen Mode der Mozartzeit aus, wie er sich im Spiegel der Familienüberlieferung darstellt.

Die Ausstellung ist vom 22.3.2019 bis 7.1.2020 in Augsburger Textilmuseum tim zu sehen.

 

Bilder: Ausstellungen

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