Fashion Ausstellungen, die man 2018 gesehen haben muss

Es kündigen sich eine Fülle von hochwertigen Ausstellungen in diesem Jahr an, die sich mit Mode und Modemachern beschäftigen. 2018 punktet mit aufwändigen Inszenierungen und bekannten Namen. Ob in Deutschland, wie in Frankfurt, wo man Jil Sanders Werk würdigt, oder in Berlin mit einer großen Versace-Präsentation unter den Linden oder im Ausland: Fashion-Fans haben die Qual der Wahl. Der Fresh Fashion Club gibt einen Überblick über die interessantesten Ausstellungen der nächsten Monate.

Jil Sander Präsens

Museum Angewandte Kunst, Frankfurt, 4. November 2017 bis 6. Mai 2018

Bild zur Ausstellung: Jil Sander, kampagne 2013/14, Edie Campbell, David Sims

„Wer Jil Sander trägt,ist nicht modisch, sondern modern“, sagte die Modeschöpferin einmal. Jil Sander gehört zu den einflussreichsten Modedesigner/innen ihrer Generation. In ihrer weltweit ersten Einzelausstellung in einem Museum präsentiert sie in raumgreifenden multimedialen Installationen und Tableaus die Auswirkungen ihrer Gestaltungshaltung auf Ästhetik, Material und Form von Mode- und Produktdesign, Architektur und Gartenkunst.Thematisch gliedert sich die von Matthias Wagner K in enger Zusammenarbeit mit Jil Sander kuratierte Ausstellung in die Bereiche Laufsteg, Backstage, Atelier, Modekollektionen, Accessoires, Kosmetik, Modefotografie und Kampagnen, Mode und Kunst, Architektur und Gartenkunst. Sie bespielt das gesamte Museumsgebäude auf rund 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche.

Aufmacherbild: Jil Sander fotografiert von Peter Lindbergh

Beyond Seeing

WIP La Villette, Paris, 18. bis 28. Januar 2018 

Ungewöhnliche Ausstellung. Bild: JoyphieYuc

Die Veranstaltung stützt sich auf den Tast-, Geruchs- und Hörsinn, um „Mode über die visuellen Stimuli hinaus wahrnehmbar“ zu machen. Das Programm umfasst Ausstellungsstücke, Workshops, Performances und andere künstlerische Beiträge. Die Ausstellung eröffnet in Paris und wird anschließend in weiteren Städten, wie Berlin, gezeigt. Es geht um Design für alle Sinne: Über ein Jahr lang haben blinde und sehbehinderte Menschen gemeinsam mit Nachwuchs-Designern Modekonzepte für Blinde entwickelt. Entstanden sind Arbeiten, die sich zwischen Kleidung, Objekt und Kunstwerk bewegen. Im Projekt „BEYOND SEEING“ hat das Goethe-Institut Paris mit renommierten Mode- und Kunsthochschulen sowie Selbsthilfeorganisationen in vier Ländern zusammengearbeitet – auch für Menschen ohne Handicap sicher ein eindrucksvolles Erlebnis.

 

Versace Retrospective

Kronprinzenpalais, Berlin, 30. Januar bis 13. April 2018

Gianni Versace liebte Berlin und fühlte hier die Energie, die er brauchte. Außerdem lagen die Wurzeln seiner Erfolge in Deutschland: Seine erste Modenschau fand 1978 im beschaulichen Lippstadt statt. In 1994 hatte Gianni seine erste Ausstellung in Berlin – und er war so fasziniert, dass er wiederkommen wollte. Nur drei Jahre später, auf dem Höhepunkt seiner Erfolge, wurde Versace auf den Treppen seines Hauses in Miami, Florida, ermordet. Leidenschaftliche Sammler aus Italien und aller Welt senden die besten Stücke ihrer Privatsammlungen (und oftmals weltberühmte Stücke) nach Berlin, darunter Unikate für Prominente wie Prince, Madonna, Elton John, George Michael und Anna Wintour oder für Top-Models wie Claudia Schiffer, Naomi Campbell und Linda Evangelista. Daneben gibt es atemberaubende Accessoires und Einrichtungsgegenstände, inklusive eine Nachbildung von Gianni Versaces Schlafzimmer in seiner früheren Villa in Miami.

 

Margiela/Galliera 1989 – ​2009

Palais Galliera, Paris, 3. März bis 15. Juli 2018

Martin Margiela, Frühjahr/Sommer 1990. © Françoise Cochennec / Galliera / Roger-Viollet

Im Pariser Museum Palais Galliera wird die erste Martin Margiela Retrospektive in der französischen Hauptstadt eröffnet. Die Ausstellung geht der Karriere des belgischen Designers nach, von der Frühjahr-/Sommersaison 1989 bis ins Jahr 2009. Gezeigt werden über 100 Kreationen Margielas, Videos seiner Laufsteg-Schauen und Installationen. Das Unternehmen machte sich mit avantgardistischer, dekonstruktivistischer Mode einen Namen. Margiela nahm bereits bestehende Kleidung auseinander und setzte sie in unkonventioneller Weise und in eher unüblichen Materialkombinationen wieder zusammen. Elemente wie Nähte, die normalerweise an Kleidung verborgen bleiben sollen, kehrte er gut sichtbar nach außen und machte sie zum Hauptmerkmal des Kleidungsstücks. Zu den typischen Entwürfen aus den Anfangsjahren von Maison Martin Margiela zählen eine Damenweste aus Porzellanscherben, T-Shirts aus Plastiktüten und ein Top aus gebrauchten Lederhandschuhen, womit er als Vorreiter der aktuellen Upcycling Bewegugn gilt.

 

Heavenly Bodies: Fashion and the Catholic Imagination

Metropolitan Museum of Art, New York, 10. Mai bis 8. Oktober 2018

 

„Mode und katholische Fantasie“: Dieser Kombination widmet sich 2018 eine Ausstellung in New York. Die Schau „Heavenly Bodies: Fashion and the Catholic Imagination“ werde mehr als 50 Mode-und Schmuckobjekte aus dem Vatikan und mehr als 150 Kleidungsstücke aus den vergangenen 100 Jahren im Metropolitan Museum zeigen. Es geht um die Auswirkungen der Religion und insbesondere der katholischen Traditionen auf Modehäuser und Designer. Neben Kreationen von modernen Labels, wie Dolce & Gabbana, werden auch päpstliche Gewänder und Accessoires aus den Archiven des Vatikans präsentiert.

Azzedine Alaïa: The Couturier

London Design Museum, London, 10. Mai bis 7. Oktober 2018 

Das London Design Museum plant eine Ausstellung zu Ehren des am 18. November 2017 verstorbenen tunesischen Designer Azzedine Alaïa. Von Mai bis Oktober werden in London zahlreiche seiner zeitlosen Womenswear-Designs zu sehen sein. Die Ausstellung wird mehr als 60 Beispiele der schöpferischen Kraft des Modedesigners zeigen, die in den vergangenen 35 Jahren entstanden sind. Alaïa beherrschte die Schnittkunst, seine Kreationen saßen grundsätzlich wie angegossen und sein überall spürbarer Perfektionismus begeistert heute genauso, wie seine innovative und stets originelle Materialauswahl. Noch kurz vor seinem Tod hat Alaïa  zusammen mit Gast-Kurator Mark Wilson (Chefkurator des Groninger Museum, in Holland) die Ausstellungsstücke selbst ausgewählt.

Fashioned from Nature“ im V&A London

V&A Museum, Londo, 21 April 2018 – 27 Jan 2019

Ein Dress wie ein Gemälde. Bild: V&A Press
Emma Watson in einem Traumkleid aus alten Plastikflaschen. Bild: V&A Press

Nachhaltigkeit ist heute eines der prägenden Themen der Mode. Vielen großen Denkern, die die Mode heute bestimmen, ist klar, dass es mit Fast- Fashion und den derzeitigen Produktionsbedingungen so nicht ewig weitergehen kann. In diesen Geist fügt sich die neue Modeausstellung des Londoner „Victoria & Albert“-Museums ein: In „Fashioned from Nature“ geht es um das Verhältnis zwischen Kleidung und Natur – sowohl was ihre Ressourcen als auch ihre Inspiration angeht. Unter den Ausstellungsstücken ist ein Kleid, das Emma Watson auf der MET Gala 2016 getragen hat. Es handelt sich um ein Modell von Calvin Klein, das aus recycleten Plastikflaschen angefertigt wurde. Auch ein Hosenanzug von Stella McCartney aus ihrer Herbst/Winter-Kollektion 2017/18 mit einem Print aus Pferden, Wolken und Bäumen, wie aus einem historischen Gemälde entnommen, auf nachhaltig produzierten, komplett veganen Materialien ist dabei, sowie viele weitere inspirierende Exponate. Wir sind gespannt!

 

 

 

 

 

 

 

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