Fachmarie feiert mit hübschen Dingen durch Upcycling

Im Nürnberger Stadtteil Gostenhof ist Irene Senger mit ihrer Glücksboutique Fachmarie eine Institution. Ihr Laden in der Fürther Straße 50 gilt als Fundgrube für ungewöhnliche Geschenke und andere hübsche Dinge. Gleichzeitig ist er Treffpunkt für die Nürnberger Kreativszene. Am 20. Oktober feiert die engagierte Fachfrau für Mode und Upcycling mit Jubiläumsbuffet und Livemusik das elfjährige Bestehen ihres Ladens.

Alle sind herzlich eingeladen, sich am Jubiläumstag dort einzufinden und gleichzeitig noch für einen guten Zweck tätig zu sein. Schließlich unterstützt jeder Einkauf das Projekt Seebrücke, das Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer unterstützt. An diesem Tag kann man sich die Vase mit einem Namen oder einer Widmung versehen lassen.

Bei der Fachmarie gibt es zum 11-jährigen Bestehen Livemusik und Buffet.
Individuelle Ware von kleinen Labels laden zum Stöbern ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim 2. Fresh Fashion Day unseres Clubs Mitte Oktober in Nürnberg berichtete Irene Senger, wie sie mit viel Durchhaltevermögen ihren Berufsweg gestaltet. Immer wieder ist er eine Gradwanderung zwischen Wirtschaftlichkeit und Engagement. Zehn Jahre lang war die Kleiderei in der Pirckheimer Straße, Ecke Bucher Straße das Zentrum ihrer Geschäftstätigkeit. Gemeinsam mit Barbara Riederer hat sie Kollektionen entworfen und auf mehr als 14 Modenschauen gezeigt. Es wurde damals schon viel ausprobiert, mit verschiedenen Materialien, wie Fahrradschläuchen, experimentiert. Politische Radiobeiträge und Musik während der Arbeitszeit gehörten zum relaxten Arbeitsalltag, ebenso wie gemeinsames Kochen in der Mittagspause.

Doch nach zehn Jahren war es Zeit für eine Wechsel. Irene Senger sagt heute selbstkritisch, dass es nicht gelungen ist, ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit in einer breiteren Bevölkerungsschicht zu erreichen. Dieser Aspekt ist für die umweltbewusste Geschäftsfrau sehr wichtig. Sie möchte über Verarbeitungsprozesse aufklären, Upcycling als Form der Ressourcen sparenden Produktion bekannter machen und für den bewussten Einkauf werben.

Die Fachmarie ist eine Station beim Fashion Walk durch Gostenhof des Fresh Fashion Clubs.

Mit der Eröffnung der Fachmarie 2007 kam Irene Senger ihrem Ideal näher. Das Konzept des Ladens beinhaltet eine Regalflächenvermietung an Labelneustarterinnen und für kleine bestehende Labels, die ihre Ware in Eigenproduktion herstellen. Es war deutschlandweit der erste Laden mit diesem Konzept. Durch die Bereitsstellung der Plattform können sich Startups auf ihre Arbeit konzentrieren und müssen sich nicht gleich wegen der Vermarktung Gedanken machen, erklärt sie. Gleichzeitig stellt Irene Senger selber Ware her, wie die Waschbeutel aus alten Luftmatratzen oder andere kreative Produkte.

Buttons zum Selbermachen.

Zum Jubiläum zieht die experimentierfreudige Frau ein gemischtes Fazit. Auf der einen Seite sei der Aufbau eines Ladens und die notwendigen Verwaltungsaufgaben des Einzelhandels der eigenen kreativen Arbeit hinderlich. Gleichzeitig fordert genau das die Kreativität heraus, meint sie. Denn sie ist „viel zu neugrierig, um sich auf einen Produktschwerpunkt zu konzentrieren“. Doch das ist ihrer Meinung nach eine Voraussetzung dafür, dass der Laden auch wirtschaftlich erfolgreich ist. So bleibt es ein Engagement, das sich auch rechnet, jedenfalls, wenn man den Wunsch, umweltbewusst zu leben, mit in die Waagschale wirft.

Aktion:

Vom 15. bis 20. Oktober 2018 haben Kunden Gelegenheit, eine blaue Vase gegen eine Spende von mindestens 5 Euro zu erwerben. Künstlern haben das Gefäß gestaltet. Der Erlös geht vollständig an das Projekt Seebrücke. Zehn Geschäfte außer der Fachmarie beteiligen sich in Gostenhof an der Benefizaktion.

Aufmacher-Bild: Uli B., alle weiteren Bilder: Orlando Fashion

 

 

 

 

 

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