Exklusive Führung durch die Welt der Kleiderbügel

Ein Schicksalsschlag machte Matthias Dülp zum Sammler. Als er das Haus seiner Schwiegereltern ausräumen musste, fielen ihm die zahlreiche Kleiderbügel ins Auge, die er einfach nicht wegwerfen konnte. Damit begann eine Leidenschaft, die ihn jetzt in das Museum Industriekultur in Nürnberg führte. Dort zeigt er noch bis zum 26. Mai 2019 die interessantesten und ausgefallensten Stücke seines mittlerweile rund 4000 Stücke umfassenden Fundus.

Es geht bei der Sammlung nicht nur um die Schönheit des Objekts, sondern auch um seine Geschichte. Denn häufig zieren Namen längst verschwundener Modegeschäfte die Bügel. Wer sie liest, bei dem erwachen häufig Kindheitserinnerungen, macht Dülp die Erfahrung. Weil selbst in kleineren Orten früher ein Bekleidungsgeschäft die Bevölkerung versorgte und in der Regel einen Bügel zu Werbezwecken der Kundschaft in die Tüte packte, blieb etwas hängen. Ein Bild vom Einkauf mit der Mutter ist es meist, das die Begegnung mit einem alten Schriftzug auslöst.

Dülp hat eine besondere geografische Karte erstellt. Sie reicht über ganz Franken, mit verschiedenen Schwerpunkten und darüber hinaus auch ins Ausland. In England hat sich beispielsweise eine andere Machart des Bügels herausgebildet als in Frankreich. Das verwendete Material war allerdings in der Regel Holz. 1905 wurde ein Drahtbügel als Patent angemeldet. Erst in den 1960er Jahren wurde auch Plastik verwendet. In den 1970er Jahren kamen ausgefallene Objekte hinzu, die manchmal geradezu künstlerisch anmuten.

Wann genau der erste Kleiderbügel angefertigt wurde, ist nicht ganz klar. Um die Jahrhundertwende gehörte er in den besseren Haushalten ganz selbstverständlich zum Inventar. Später, als das Reisen in Mode kam, gab es eine reiche Auswahl an klappbaren Kleiderbügeln. Auch hier hat Dülp einige praktische Stücke, manche sogar mit Etui, aufgetrieben.

Es gibt noch weitere spezielle Bereiche, für die man Unterkategorien anlegen könnte, verrät der Sammler. Sie betreffen Hosenbügel oder solche, auf denen BH und Slip gut aufgehoben waren.

Dülp selber sucht intensiv nach einem Kleiderbügel mit dem Aufdruck „famos“. Wer einen solchen besitzt, möge sich mit ihm in Verbindung setzen.

Durch die kundigen Erläuterungen bei einer Führung werden die Kleiderbügel zum Leben erweckt und geben ihre Geschichte preis. Diese sind spannend und spiegeln den Geist ihrer Zeit wider. Die nächste Führung ist am Muttertag, 12. Mai, 15.30 Uhr,  2019 geplant.

Hier gibt er einen Einblick in seine Sammlertätigkeit.

Bilder: Uli Bock

 

 

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